Stand 23.09.2026 · Entwurf

JAEG 2027:
84.150 € — und was
das für dich bedeutet.

2027 steigt die Versicherungspflichtgrenze so stark wie seit Jahren nicht: Zur normalen Lohnanpassung kommt eine gesetzliche Sonder-Erhöhung von 3.600 €. Für Angestellte knapp über der heutigen Grenze kann sich das Fenster in die PKV damit zum Jahreswechsel schließen. Hier stehen die Zahlen, wen es trifft und welche Fristen 2026 noch laufen.

84.150 
JAEG 2027 laut Entwurf — 7.012,50 € brutto im Monat
+8,7 %
Anstieg gegenüber 2026 — zuvor waren es 6,5 % und 4,9 %
31.10.
letzter sicherer Kündigungstermin bei der GKV für einen Wechsel noch 2026
Die Zahlen

2025, 2026, 2027 —
der Sprung im Vergleich.

Beide Grenzen steigen 2027 um denselben Betrag: 6.750 €. In den letzten Jahren lag die Anpassung zwischen 2.700 und 4.500 €.

Rechengröße202520262027 (Entwurf)
Versicherungspflichtgrenze (JAEG) / Jahr73.800 €77.400 €84.150 €
JAEG / Monat6.150 €6.450 €7.012,50 €
Beitragsbemessungsgrenze KV / Jahr66.150 €69.750 €76.500 €
Beitragsbemessungsgrenze KV / Monat5.512,50 €5.812,50 €6.375 €
GKV-Höchstbeitrag KV / Monat*~ 943 €~ 1.017 €~ 1.116 €
Max. Arbeitgeberzuschuss PKV / Monat*~ 471 €~ 508 €~ 558 €

* Allgemeiner Beitragssatz 14,6 % plus durchschnittlicher Zusatzbeitrag (2025: 2,5 %, 2026: 2,9 %). Für 2027 mit unverändert 2,9 % gerechnet — der Wert wird erst im Herbst 2026 festgelegt. Ohne Pflegeversicherung.

Hintergrund

Warum die Grenze
2027 so stark steigt.

Normalerweise folgen JAEG und Beitragsbemessungsgrenze einer festen Formel: Sie steigen mit der Bruttolohnentwicklung des Vorjahres. 2027 kommt etwas hinzu. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz werden beide Grenzen einmalig um zusätzlich 300 € im Monat angehoben — 3.600 € im Jahr, obendrauf auf die reguläre Anpassung.

Das Ziel: Mehr Einkommen wird beitragspflichtig, die gesetzliche Krankenversicherung nimmt mehr ein, ohne den Beitragssatz selbst zu erhöhen. Für gesetzlich versicherte Gutverdiener bedeutet allein die Sonder-Erhöhung nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums rund 26 € mehr Arbeitnehmerbeitrag im Monat — zusätzlich zur normalen jährlichen Steigerung.

Die Nebenwirkung für die PKV

Weil die Versicherungspflichtgrenze mitsteigt, wird der Weg in die private Krankenversicherung für Angestellte schwerer. Wer 2026 knapp über der Grenze liegt, rutscht 2027 unter die neue Grenze, wenn sein Gehalt nicht um mindestens 8,7 % steigt. Der PKV-Verband spricht davon, dass der Wechsel in die PKV „weiter erschwert“ wird.

Betroffene

Wen die Anhebung trifft —
4 Gruppen.

Entscheidend sind zwei Fragen: Wie hoch ist dein regelmäßiges Jahresgehalt 2027 — und bist du am 31. Dezember 2026 gesetzlich oder privat versichert?

Kaum betroffen

Gehalt 2027 über 84.150 €

Für dich ändert sich am Wechselrecht nichts. Du kannst weiterhin in die PKV wechseln. Der GKV-Höchstbeitrag steigt 2027 um rund 99 € im Monat, dein Arbeitnehmeranteil um rund 49 € — die PKV wird im Vergleich attraktiver.

Hauptbetroffen

Schon freiwillig gesetzlich, 2027 unter 84.150 €

Du bist heute versicherungsfrei und darfst wechseln. Bleibst du über den Jahreswechsel in der GKV, wirst du ab 1. Januar 2027 grundsätzlich wieder pflichtversichert. Wer noch 2026 wechselt, ist nach Angaben des PKV-Verbands überwiegend durch Bestandsschutz abgesichert.

Fenster zu

2026 erstmals über 77.400 €

Versicherungsfrei wirst du erst zum Jahresende — und nur, wenn dein Gehalt auch über der Grenze des Folgejahres liegt. Liegst du 2027 unter 84.150 €, entsteht zum 1. Januar 2027 keine Versicherungsfreiheit. Ein Wechsel ist dann erst möglich, wenn dein Gehalt die neue Grenze überschreitet.

Bestandsschutz

Bereits privat versichert

Nach Angaben des PKV-Verbands gilt für bereits privat versicherte Angestellte überwiegend Bestandsschutz mit einer niedrigeren Grenze. Wer dennoch versicherungspflichtig würde, kann sich in der Regel innerhalb von drei Monaten auf Antrag befreien lassen. Das lohnt eine kurze Prüfung — vor allem bei Gehältern knapp unter 84.150 €.

Selbstständige und Beamte: Die Versicherungspflichtgrenze gilt für euch nicht. Ihr könnt unabhängig vom Einkommen wechseln. PKV für Selbstständige → · PKV für Beamte →
Zeitplan

Was bis Jahresende
passieren muss.

Für Angestellte der Gruppe 2, die noch zum 1. Januar 2027 wechseln wollen. Rückwärts gerechnet vom Versicherungsbeginn.

  1. Jetzt: Status klärenBist du freiwillig gesetzlich versichert? Das steht auf deiner Mitgliedsbescheinigung oder lässt sich bei der Kasse erfragen. Prüfe außerdem, wie hoch dein regelmäßiges Gehalt 2027 voraussichtlich ist.
  2. Bis Anfang Oktober: Angebote und RisikovoranfrageDie Gesundheitsprüfung dauert zwei bis sechs Wochen. Bei Vorerkrankungen vorab anonym anfragen. So läuft die Prüfung →
  3. Antrag stellen und schriftliche Annahme abwartenVersicherungsbeginn 1. Januar 2027. Erst wenn die Annahme vorliegt, geht es an die Kündigung — sonst droht eine Lücke.
  4. Bis 31. Oktober 2026: Kündigung bei der KrankenkasseFreiwillige Mitglieder kündigen mit zwei Monaten Frist zum Monatsende. Geht die Kündigung bis 31. Oktober ein, endet die Mitgliedschaft am 31. Dezember 2026. Der PKV-Nachweis wird nachgereicht.
  5. 1. Januar 2027: PKV beginntBescheinigung des Versicherers beim Arbeitgeber einreichen. Der Arbeitgeberzuschuss beträgt 2027 bis zu rund 558 € im Monat.

Wichtig: Einzelfall prüfen

Die Rechengrößen 2027 sind ein Entwurf, und die genauen Übergangsregeln hängen vom endgültigen Beschluss ab. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Wer knapp an der Grenze liegt, sollte die eigene Situation vor der Kündigung prüfen lassen — ein Fehler bei der Reihenfolge lässt sich später kaum korrigieren.

D
Praxisfall · Angestellter Senior Consultant

Daniel, 36 — 81.000 € Festgehalt, freiwillig gesetzlich

Daniel ist seit Anfang 2026 versicherungsfrei und freiwillig gesetzlich versichert. Für 2027 ist eine Gehaltserhöhung von 3 % vereinbart: 83.430 € — und damit knapp unter der neuen Grenze von 84.150 €. Bleibt er in der GKV, wird er zum 1. Januar 2027 wieder pflichtversichert.

Sein Arbeitnehmeranteil in der GKV läge 2027 beim Höchstbeitrag: rund 558 € / Monat. Ein passender PKV-Tarif kostet ihn 410 €, davon zahlt der Arbeitgeber die Hälfte — Netto-Eigenanteil 205 € / Monat.

Differenz: rund 353 € im Monat, über 4.200 € im Jahr. Voraussetzung ist, dass er den Wechsel noch 2026 abschließt — Antrag im September, Kündigung bei der Kasse bis spätestens 31. Oktober.

Transparenz

Stand des Verfahrens
und Quellen.

  • Juli 2026: Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht die einmalige Sonder-Erhöhung der Grenzen um 300 € im Monat vor.
  • September 2026: Der Referentenentwurf der Rechengrößenverordnung 2027 nennt 84.150 € (JAEG) und 76.500 € (Beitragsbemessungsgrenze).
  • Ausstehend: Beschluss durch das Bundeskabinett und Zustimmung des Bundesrats — üblicherweise im Oktober und November.

Wir aktualisieren diese Seite, sobald die Verordnung beschlossen ist. Quellen: PKV-Verband, Meldung vom 21.09.2026 · Bundesgesundheitsministerium, FAQ zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.

Häufige Fragen

Fragen zur JAEG 2027.

Wie hoch ist die JAEG 2027?

Laut Referentenentwurf der Rechengrößenverordnung 2027 liegt die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze bei 84.150 € im Jahr, also 7.012,50 € im Monat. Das sind 6.750 € oder 8,7 % mehr als 2026. Der endgültige Wert steht fest, sobald Bundeskabinett und Bundesrat der Verordnung zugestimmt haben — üblicherweise im Herbst.

Warum steigt die JAEG 2027 so stark?

Neben der regulären Anpassung an die Lohnentwicklung hebt das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz die Grenzen 2027 einmalig um zusätzlich 300 € im Monat an, also 3.600 € im Jahr. Ziel ist, mehr Einkommen beitragspflichtig zu machen und die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren.

Kann ich 2026 noch in die PKV wechseln?

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können unabhängig vom Einkommen jederzeit wechseln. Angestellte, die schon heute versicherungsfrei und freiwillig gesetzlich versichert sind, können 2026 noch wechseln — für einen Beginn am 1. Januar 2027 muss die Kündigung bei der Krankenkasse spätestens am 31. Oktober 2026 eingehen. Der PKV-Antrag sollte vorher gestellt und angenommen sein.

Was passiert, wenn mein Gehalt 2027 unter der neuen Grenze liegt?

Wer als Angestellter noch gesetzlich versichert ist und 2027 unter 84.150 € verdient, wird grundsätzlich wieder versicherungspflichtig — ein späterer Wechsel ist dann nicht ohne Weiteres möglich. Wer am 31. Dezember 2026 bereits privat versichert ist, genießt nach Angaben des PKV-Verbands überwiegend Bestandsschutz. Die genauen Übergangsregeln solltest du im Einzelfall prüfen lassen.

Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze 2027?

Laut Entwurf 76.500 € im Jahr, also 6.375 € im Monat — ebenfalls 6.750 € mehr als 2026. Bei unverändertem durchschnittlichem Zusatzbeitrag von 2,9 % steigt der GKV-Höchstbeitrag für die Krankenversicherung damit auf rund 1.116 € im Monat. Der Zusatzbeitrag für 2027 wird erst im Herbst festgelegt.

Betrifft die Anhebung auch Selbstständige und Beamte?

Die Versicherungspflichtgrenze gilt nur für Angestellte. Selbstständige und Beamte können weiterhin unabhängig vom Einkommen in die PKV. Indirekt betrifft sie die Änderung trotzdem: Die höhere Beitragsbemessungsgrenze verteuert die freiwillige gesetzliche Versicherung für Gutverdiener — die PKV wird im Vergleich attraktiver.

Frist 31.10.2026

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