PKV-Ratgeber · Basistarif

PKV Basistarif:
das Sicherheitsnetz der Privaten.

Jeder private Krankenversicherer muss ihn anbieten, niemand darf abgelehnt werden, und der Beitrag ist gesetzlich gedeckelt. Der Basistarif ist kein Spartarif — sondern die Absicherung für den Fall, dass die normale PKV nicht mehr bezahlbar ist. Hier steht, was er kostet, was er leistet und wann Standard- oder Notlagentarif die bessere Wahl sind.

~ 1.017 
Höchstbeitrag 2026 — gekoppelt an den GKV-Höchstbeitrag
50 %
Beitragsreduktion bei nachgewiesener Hilfebedürftigkeit
0
Risikozuschläge oder Ablehnungen — Annahmezwang
Die drei Sozialtarife

Basis, Standard, Notlage —
drei Tarife, drei Zwecke.

Im Gespräch werden die drei gesetzlich geregelten PKV-Tarife ständig verwechselt. Dabei unterscheiden sie sich grundlegend darin, wer hinein darf, was sie kosten und was sie leisten.

BasistarifStandardtarifNotlagentarif
Für wen?PKV-Versicherte, bestimmte freiwillig GKV-Versicherte, Nichtversicherte mit PKV-ZuordnungNur Verträge mit Beginn vor dem 1.1.2009Versicherte mit Beitragsrückstand nach Mahnverfahren
Wie kommt man rein?Aktiver AntragAktiver Antrag (Alters- und Vorversicherungsvoraussetzungen)Automatisch durch den Versicherer
Beitrag 2026max. ~ 1.017 €max. ~ 1.017 €, meist deutlich darunter~ 100 – 125 €
LeistungenVergleichbar GKVVergleichbar GKV, etwas höhere ArzthonorareNur Akutversorgung, Schmerzen, Schwangerschaft
GOÄ-Faktor (persönlich)bis 1,2-fachbis 1,8-fach
Risikozuschlägekeinekeinekeine
Halbierung bei Hilfebedürftigkeitjaneinnein
Faustregel: Wer seinen Vertrag vor 2009 abgeschlossen hat und älter als 65 ist, sollte zuerst den Standardtarif prüfen — er ist in der Praxis oft deutlich günstiger als der Basistarif. Wer nach 2008 eingestiegen ist, hat diese Option nicht.
Kosten 2026

Was der Basistarif
wirklich kostet.

Höchstbeitrag Basistarif 2026 (Krankenversicherung)
~ 1.017 €
17,5 % × Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € · zzgl. Pflegepflichtversicherung

Der Beitrag im Basistarif wird zwar individuell nach Eintrittsalter und Geschlecht kalkuliert, ist aber nach oben begrenzt: Er darf den Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung nicht überschreiten. Dieser ergibt sich aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 %, dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag (2026: 2,9 %) und der Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 € im Jahr.

In der Praxis landen fast alle Versicherten ab etwa 40 Jahren direkt auf dem Höchstbeitrag. Jüngere zahlen teilweise weniger — aber die wenigsten Jüngeren haben überhaupt einen Grund, in den Basistarif zu wechseln.

Die Halbierung bei Hilfebedürftigkeit

Der wichtigste Unterschied zu jedem anderen PKV-Tarif: Wer im Sinne des Zweiten oder Zwölften Sozialgesetzbuchs hilfebedürftig ist — oder durch die Zahlung des vollen Beitrags hilfebedürftig würde — zahlt nur die Hälfte, 2026 also rund 508 € im Monat. Reicht auch das nicht, kann das Jobcenter oder Sozialamt einen Zuschuss leisten. Die Hilfebedürftigkeit muss gegenüber dem Versicherer mit einem Bescheid nachgewiesen werden.

Leistungsumfang

GKV-Niveau —
mit einem Haken.

Auf dem Papier entsprechen die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Alltag gibt es aber einen Unterschied, den viele erst beim Arzt bemerken.

Enthalten

Ambulante ärztliche Behandlung, Krankenhaus im Mehrbettzimmer, Arznei- und Verbandmittel, Heil- und Hilfsmittel nach GKV-Maßstab, Vorsorgeuntersuchungen, Zahnbehandlung und Zahnersatz im GKV-Umfang.

Nicht enthalten

Chefarztbehandlung, Ein- oder Zweibettzimmer, Heilpraktiker, Leistungen über dem GKV-Katalog. Wer diese Wahlleistungen möchte, braucht einen regulären Tarif oder eine Zusatzversicherung.

!

Der Haken im Alltag

Ärzte dürfen im Basistarif nur bis zum 1,2-fachen GOÄ-Satz abrechnen — weniger als bei normalen Privatpatienten. Manche Praxen reagieren darauf zurückhaltend. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind zwar zur Sicherstellung verpflichtet, freie Arztwahl wie im Premium-Tarif ist das aber nicht.

Zugang

Wer in den Basistarif
wechseln darf.

  1. Versicherte mit Vertrag ab 2009Wer seinen PKV-Vertrag nach dem 1.1.2009 abgeschlossen hat, kann jederzeit innerhalb seines Versicherers in den Basistarif wechseln — Altersrückstellungen werden angerechnet.
  2. Versicherte mit Altvertrag vor 2009Hier ist der Wechsel an Bedingungen geknüpft, etwa ein Alter ab 55 Jahren, der Bezug einer gesetzlichen Rente oder eine nachgewiesene Hilfebedürftigkeit.
  3. Freiwillig gesetzlich VersicherteInnerhalb von sechs Monaten nach Beginn der freiwilligen Versicherung in der GKV ist ein Wechsel in den Basistarif eines privaten Versicherers möglich.
  4. Nichtversicherte mit PKV-ZuordnungWer ohne Versicherungsschutz ist und dem privaten System zuzuordnen ist — etwa ehemalige Selbstständige —, muss vom Versicherer im Basistarif aufgenommen werden.
K
Praxisfall · Selbstständige Grafikdesignerin

Katrin, 52 — Auftragsflaute nach 20 Jahren PKV

Katrin ist seit 2011 privat versichert, Premium-Tarif mit Einbettzimmer, Beitrag inzwischen 1.140 € / Monat. Nach dem Wegfall ihres größten Kunden bricht ihr Einkommen für ein Jahr um zwei Drittel ein.

Der erste Impuls war der Basistarif. Wir haben stattdessen drei Varianten gerechnet: Basistarif (1.017 €), Tarifwechsel nach §204 in einen Kompakttarif mit 1.000 € Selbstbehalt (640 €) und Kompakttarif plus Verzicht auf das Krankentagegeld (585 €).

Katrin hat sich für den Kompakttarif entschieden. Ergebnis: knapp 430 € weniger als der Basistarif, Zweibettzimmer und freie Arztwahl bleiben erhalten — und wenn die Aufträge zurückkommen, kann sie einzelne Bausteine mit Gesundheitsprüfung wieder aufstocken.

Häufige Fragen

Fragen zum Basistarif.

Was kostet der PKV Basistarif 2026?

Der Beitrag ist individuell kalkuliert, darf aber den Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung nicht überschreiten. 2026 liegt diese Grenze bei rund 1.017 € im Monat (allgemeiner Beitragssatz plus durchschnittlicher Zusatzbeitrag auf die Beitragsbemessungsgrenze). Hinzu kommt die Pflegepflichtversicherung. Wer hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts ist oder durch den Beitrag hilfebedürftig würde, zahlt nur die Hälfte.

Ist der Basistarif günstiger als mein normaler PKV-Tarif?

Meist nicht. Viele Versicherte in regulären Tarifen zahlen weniger als den Basistarif-Höchstbeitrag. Der Basistarif lohnt sich vor allem, wenn dein bisheriger Beitrag über dieser Grenze liegt, wenn du wegen Hilfebedürftigkeit von der Halbierung profitierst oder wenn du ohne Versicherungsschutz bist und keinen regulären Tarif bekommst.

Welche Leistungen hat der Basistarif?

Die Leistungen sind in Art, Umfang und Höhe mit denen der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar. Ärzte dürfen nur reduzierte Sätze abrechnen: persönliche Leistungen bis zum 1,2-fachen, technische bis zum 1,0-fachen und Laborleistungen bis zum 0,9-fachen GOÄ-Satz. Chefarztbehandlung und Einbettzimmer sind nicht enthalten.

Muss mich jede PKV in den Basistarif aufnehmen?

Ja. Für den Basistarif gilt ein Annahmezwang. Der Versicherer darf niemanden ablehnen und keine Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse vereinbaren, sofern du zum berechtigten Personenkreis gehörst. Eine Gesundheitsprüfung findet trotzdem statt — sie dient aber nur dem Risikoausgleich unter den Versicherern und wirkt sich nicht auf deinen Beitrag aus.

Was ist der Unterschied zwischen Basistarif und Notlagentarif?

In den Notlagentarif wirst du automatisch versetzt, wenn du mit Beiträgen im Rückstand bist und das Mahnverfahren abgeschlossen ist. Er kostet nur rund 100 bis 125 € im Monat, deckt aber lediglich akute Erkrankungen, Schmerzzustände, Schwangerschaft und Mutterschaft ab. Den Basistarif wählst du dagegen aktiv — mit deutlich breiterem Leistungsumfang.

Kann ich aus dem Basistarif wieder zurück in meinen alten Tarif?

Grundsätzlich ist ein Wechsel zurück in einen regulären Tarif möglich. Für Mehrleistungen gegenüber dem Basistarif darf der Versicherer aber eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen und Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse vereinbaren. Wer gesund ist und den Basistarif nur als Übergang nutzt, sollte das vor dem Wechsel durchrechnen.

Beitrag zu hoch?

Bevor du in den Basistarif gehst:
prüfen wir die Alternativen.

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