PKV für Ärzte 2026

Als Arzt bist du
Privatpatient und Leistungserbringer.

Kein anderer Berufsstand versteht besser, was ein guter PKV-Tarif leistet — und was ein schlechter kostet. Wir vergleichen alle für Ärzte relevanten Anbieter unabhängig, mit Blick auf GOÄ-Sätze, Klinik-Bausteine und Praxis-Absicherung.

2,3–3,5 ×
GOÄ-Steigerungssatz — Grundlage jeder Privatabrechnung
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Erstgespräch, unabhängig von allen Versicherern
Karriere-Phasen

Deine PKV wächst
mit deiner Karriere.

Kein Assistenzarzt hat die gleichen PKV-Anforderungen wie ein Oberarzt oder eine Praxisinhaberin. Wir zeigen dir, was in welcher Karriere-Phase strategisch wichtig ist.

1

Assistenzarzt

~ 350 € / Monat

Erste JAEG-Überschreitung meist im 2. Berufsjahr. PKV-Einstieg mit Entwicklungsoption in Premium-Tarif ohne neue Gesundheitsprüfung.

2

Facharzt

~ 480 € / Monat

Höheres Einkommen, oft familiäre Verpflichtungen. Zeit für Upgrade: Chefarzt-Zusatz, besserer Zahnbaustein, Familienabsicherung.

3

Oberarzt / Chefarzt

~ 620 € / Monat

Maximal-Leistungspaket: höchste GOÄ-Sätze, Auslandsreiseschutz, KTG-Absicherung. Oft §204-Umbau vom Alt-Tarif sinnvoll.

4

Niedergelassen

~ 720 € / Monat

PKV bleibt bestehen. Zusätzlich: Krankentagegeld ab Tag 22 (Existenzsicherung), Praxis-BU-Erweiterung, KV-Zusatz für Personal.

Fachlich

GOÄ-Sätze — was
dein Tarif wirklich übernimmt.

Als Arzt weißt du: die Gebührenordnung erlaubt Steigerungssätze bis zum 3,5-fachen. Der Punkt ist — nicht jeder PKV-Tarif erstattet das voll. Hier die Details, die den Unterschied machen.

Was Tarife maximal erstatten (Standard-Werte 2026)

Leistungsbereich Regelhöchstsatz Premium-Tarif Standard-Tarif
Persönliche Leistungen (ambulant) 2,3× bzw. 3,5× 3,5× 2,3×
Technische Leistungen 1,8× bzw. 2,5× 2,5× 1,8×
Labor-Leistungen 1,15× bzw. 1,3× 1,3× 1,15×
Stationäre Leistungen 2,3× bzw. 3,5× 3,5× 2,3×

Praxis-Beispiel: Eine ausführliche kardiologische Untersuchung (GOÄ 651A) kostet mit 2,3× ca. 66 €, mit 3,5× ca. 100 €. Bei mehreren Terminen pro Jahr summiert sich das. Ein guter Ärzte-Tarif erstattet immer den höheren Satz.

Fünf Bausteine

Was in deinen
Ärzte-Tarif gehört.

Ambulanter Vollschutz

Volle GOÄ-Erstattung inkl. Höchstsatz, keine Selbstbeteiligung im Regelfall. Bei chronischen Patienten oft entscheidend. Achte auf ungedeckelte Psychotherapie.

Klinik-Wahltarif

Einbett + Chefarzt in der Wunschklinik — nicht in der nächstgelegenen. Für Ärzte relevant: Behandlung im eigenen Haus oder bei Ex-Kollegen ist oft der Wunsch.

Zahn-Premium

Auch Ärzte brauchen Zahnersatz. Ein guter Baustein zahlt 90-100 % inkl. Implantate. Kein Tarif erstattet mehr für Ärzte selbst.

Krankentagegeld

Ab Tag 22 (Ende Lohnfortzahlung) für Angestellte, ab Tag 15 für Niedergelassene. Höhe: 70-80 % Netto. Existenzsicherung für die Praxis.

Beitragsentlastung

Optional aber sinnvoll. Zusatz-Baustein senkt den Rentenbeitrag um 100-250 €. Steuerlich als Vorsorgeaufwand absetzbar — für gutverdienende Ärzte doppelter Vorteil.

Auslands-Schutz

Reiserückholung, Rücktransport, Notfallbehandlung weltweit. Für Kongresse und private Reisen unverzichtbar. Meist inklusive, prüfen wir aber immer im Detail.

Aus der Praxis

Vom Assistenzarzt
zur niedergelassenen Praxis.

S
Fallbeispiel · Fachärztin

Dr. Sarah, 34 — Fachärztin für Anästhesie in München

Sarah hat in ihrem ersten Assistenzjahr 2018 die JAEG überschritten und ist in die PKV gewechselt. Damals ein einfacher Standard-Tarif bei 320 € pro Monat. Sechs Jahre später ist sie Fachärztin, plant die Elternzeit und denkt über eine Niederlassung nach.

Der Handlungsbedarf: Ihr Tarif ist nicht mehr passend. Kein Krankentagegeld für Selbstständigkeit, GOÄ-Erstattung nur 2,3-fach, Zahnleistungen mit 60 %-Deckel. Über §204 haben wir sie in einen modernen Ärzte-Premiumtarif umgezogen: 497 € / Monat, dafür 3,5-fach GOÄ, 100 % Zahn und KTG ab Tag 22.

Bei Niederlassung 2027 wird der KTG-Baustein aktiv geschaltet. Ihre Altersrückstellungen von rund 18.000 € sind komplett mitgezogen worden. Ein Neuvertrag bei einem anderen Versicherer hätte sie 30-40 % mehr gekostet — bei gleichem Leistungsniveau.

Anbieter für Ärzte

Wer versichert Mediziner
wirklich gut?

Ärzte-Tarife unterscheiden sich vor allem in GOÄ-Sätzen, Klinik-Bausteinen und Krankentagegeld-Konditionen. Diese vier Anbieter spielen bei Ärzten die erste Liga.

Anbieter GOÄ-Erstattung Klinik-Baustein KTG für Niedergelassene Ärzte-Spezialtarif
Allianz 3,5× Chefarzt weltweit bis 400 € / Tag ja (ActiMed)
AXA 3,5× Chefarzt DE bis 350 € / Tag ja (Vital)
Signal Iduna 2,3× / Upgrade möglich Chefarzt DE bis 300 € / Tag ja (SIGNAL START MED)
Continentale 3,5× Chefarzt weltweit bis 380 € / Tag ja (COMFORT)
HanseMerkur 2,3× / 3,5× im Premium Chefarzt DE bis 250 € / Tag ja (KOMFORT-Med)

Wichtig: Diese Übersicht ist ein Momentaufnahmenvergleich. Tarife werden regelmäßig überarbeitet. Wir prüfen im Erstgespräch die aktuellen Konditionen für deine spezifische Situation (Alter, Fachrichtung, Region).

Versorgungswerk-Kombi

Was das Versorgungswerk
nicht leistet.

Jeder Arzt in Deutschland ist Pflichtmitglied im Versorgungswerk seiner Landesärztekammer. Was viele nicht wissen: die Ärzteversorgung deckt Rente und Berufsunfähigkeit ab — aber keine Krankheitskosten. Deine gesamte medizinische Versorgung läuft über PKV oder GKV. Und die BU-Leistungen des Versorgungswerks sind oft schwächer als eine private BU-Versicherung.

Konkret: Das Versorgungswerk zahlt BU nur bei vollständiger Berufsunfähigkeit (100 %). Eine private BU zahlt bereits ab 50 %. Für Ärzte mit hohen Einkommen ist die Zusatz-BU fast immer notwendig — als sinnvolle Ergänzung, nicht als Ersatz.

Empfohlene 3er-Kombi für Ärzte

  1. PKV (Krankheitskosten) — je nach Karrierestand 350-720 € / Monat
  2. Versorgungswerk (Rente + BU-Basis) — Pflichtmitgliedschaft
  3. Private BU (BU-Ergänzung ab 50 %) — 80-160 € / Monat

Genauer Kostenrahmen abhängig von Alter, Fachrichtung, Vorerkrankungen. Wir kalkulieren das im Erstgespräch individuell.

Häufige Fragen

Was Ärzte
uns typischerweise fragen.

Sollten Assistenzärzte direkt in die PKV wechseln?

Als Assistenzarzt im ersten Berufsjahr überschreitest du meist die JAEG (2026: 77.400 €) noch nicht — dann bist du versicherungspflichtig in der GKV. Bereits im zweiten Jahr an der Uniklinik oder mit Zusatzentgelten wird die Grenze oft erreicht. Wichtig: die PKV-Wahl ist eine Weichenstellung für Jahrzehnte. Rückkehr in die GKV ist ab 55 praktisch unmöglich.

Was ist die GOÄ und warum ist sie für PKV-versicherte Ärzte wichtig?

Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ist die Abrechnungsgrundlage für Privatpatienten. Ärzte rechnen mit dem 2,3-fachen bis 3,5-fachen Steigerungssatz ab — das ist wirtschaftlich attraktiver als GKV-Abrechnung nach EBM. Für dich als PKV-Patient bedeutet das: mehr Zeit pro Behandlung, bessere Terminverfügbarkeit, Anspruch auf Chefarztbehandlung.

Was passiert bei einer Niederlassung als niedergelassener Arzt?

Beim Wechsel vom Angestellten-Status zur Praxisinhaberschaft bleibt deine PKV bestehen — das ist einer ihrer großen Vorteile. In der GKV müsstest du als Selbstständiger den vollen Beitrag von rund 1.017 € pro Monat tragen. In der PKV zahlst du weiterhin deinen individuellen Beitrag. Zusätzlich lohnt sich Krankentagegeld: als Praxisinhaber fehlt der Arbeitgeberzuschuss.

Bin ich als Arzt auch im Versorgungswerk?

Ja — jeder approbierte Arzt ist Pflichtmitglied. Die Ärzteversorgung übernimmt Renten- und Berufsunfähigkeitsleistungen. Für die Krankenversicherung ändert sich dadurch nichts — die läuft weiter über GKV oder PKV. Wichtig ist die Kombination mit einer privaten BU, weil das Versorgungswerk allein oft nicht ausreicht.

Lohnt sich für Ärzte ein Krankentagegeld-Baustein?

Für angestellte Ärzte: bedingt, wegen 6-Wochen-Lohnfortzahlung. Für Niedergelassene: absolut Pflicht. Ein längerer Ausfall kann die Praxis existenziell bedrohen. Wir empfehlen für Praxisinhaber KTG ab Tag 22 in Höhe von 70-80 % des Nettogewinns.

Welche PKV-Anbieter sind auf Ärzte spezialisiert?

Vor allem Allianz, AXA, Signal Iduna und Continentale bieten spezielle Ärzte-Tarife mit hohen GOÄ-Steigerungssätzen, umfangreichem KTG für Praxisinhaber und starken stationären Leistungen. Debeka spielt bei Ärzten eine kleinere Rolle. Welcher passt, hängt vom Karriere-Stadium ab.

Muss ich als Zahnarzt einen speziellen Zahnbaustein wählen?

Ironie am Rande: Ja, auch Zahnärzte brauchen einen Zahnbaustein. Kein Tarif erstattet mehr Zahnbehandlungskosten für Ärzte selbst als für andere Kunden. Als Zahnarzt profitierst du steuerlich vom Eigenlabor-Rabatt: Zahnersatz aus dem eigenen Labor kann günstiger sein als der Verrechnungspreis mit der PKV.

Erstgespräch für Ärzte

Vom Kollegen
für Kollegen.

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