KV-Spezial

Krankenversicherung
für Selbstständige:
PKV oder GKV?

Als Selbstständiger hast du die Wahl — und genau das ist der Haken. PKV lockt mit niedrigeren Beiträgen heute, GKV mit Familienversicherung und Rückwegs-Sicherheit. Wir rechnen über 30 Jahre, nicht über 12 Monate.

~ 870 €
GKV-Höchstbeitrag freiwillig versichert (2026)
~ 450 €
PKV Top-Tarif für gesunde 35-Jährige — typisch
Erstgespräch
Realitäts-Check

Drei Fehler,
die Selbstständige bei der KV-Entscheidung machen.

Die KV-Wahl als Selbstständiger ist eine 30-Jahre-Entscheidung. Diese drei Fehler sehen wir am häufigsten — und sie kosten oft sechsstellige Beträge über die Karriere.

01

„PKV ist günstiger — passt."

Im Jahr 1 stimmt das oft. Über 30 Jahre kommt es ganz anders aus. PKV-Beiträge steigen mit dem Alter überproportional — ohne Beitragsentlastung können sie im Ruhestand verdoppelt sein. GKV-Beiträge sind dagegen einkommensabhängig.

02

„Ich brauche kein Krankentagegeld."

Selbstständige ohne Krankentagegeld haben bei einer 4-wöchigen Krankheit oft 5-stellige Einkommensausfälle. Das ist genau das Risiko, das du dich nicht selbst versichern solltest. Krankentagegeld kostet 30-80 €/Monat — der Rückzahl-Hebel ist enorm.

03

„Wenn's nicht passt, wechsle ich später zurück."

Falsch. Rückweg von PKV in GKV ist eng begrenzt — über 55 praktisch ausgeschlossen, unter 55 nur über sozialversicherungspflichtige Anstellung unter JAEG. Wer in die PKV geht, sollte das als 30+-Jahre-Entscheidung verstehen.

PKV vs GKV

Die 6 Kriterien,
nach denen wir entscheiden.

Es gibt keine Pauschal-Antwort. Diese 6 Kriterien gewichten wir individuell — und am Ende kommt eine klare Empfehlung mit Begründung heraus.

1

Einkommens-Stabilität: Hohe, stabile Einkommen → PKV oft günstiger. Stark schwankend → GKV (einkommensabhängiger Beitrag) flexibler.

2

Familie: Ehepartner ohne Einkommen + mehrere Kinder → GKV oft günstiger (Familienversicherung). Single → PKV meist attraktiver.

3

Gesundheitszustand: Vorerkrankungen → PKV mit Risikozuschlägen oder Ausschluss. Junge Gesunde → optimaler PKV-Einstieg.

4

Alters-Strategie: Mit Beitragsentlastungstarif bleibt PKV im Alter bezahlbar. Ohne Vorsorge: Risiko hoher Beiträge mit 70+.

5

Krankentagegeld: In PKV oft besser kombinierbar. In GKV nur über Wahltarif oder private Zusatz­versicherung.

6

Leistungsprofil: Chefarzt, freie Klinikwahl, Heilpraktiker, hohe Sehhilfen-Erstattung — alles in PKV verhandelbar, in GKV nur als Zusatz.

Konkret durchgerechnet

PKV vs GKV
für einen IT-Freelancer.

Echter Vergleich: 32-jähriger IT-Freelancer, gesund, 110.000 € Gewinn pro Jahr. PKV oder GKV — und was passiert mit 50, 65, 75?

J
Jan, 32 Jahre
IT-Freelancer (Einzelunternehmer) · ~ 110.000 € Gewinn/Jahr · ledig, gesund · plant keine Anstellung mehr
  • Option GKV (freiwillig) — Höchstbeitrag
  • Beitrag KV (14,6 % + 1,7 % Zusatz) ~ 820 €/Monat
  • Pflegeversicherung (4 % ohne Kinder) ~ 200 €/Monat
  • Krankentagegeld via Wahltarif ~ 75 €/Monat
  • GKV-Gesamt heute ~ 1.095 €/Monat
  • Option PKV — Top-Tarif
  • PKV-Vollversicherung (gesund, 32 J.) ~ 460 €/Monat
  • Pflegeversicherung (gesetzlich Pflicht) ~ 90 €/Monat
  • Krankentagegeld 200 €/Tag ab Tag 22 ~ 75 €/Monat
  • Beitragsentlastungstarif (für Rente) ~ 80 €/Monat
  • PKV-Gesamt heute ~ 705 €/Monat
  • Monatliche Ersparnis durch PKV ~ 390 €
  • Über 33 Jahre Aktivzeit ~ 155.000 €
  • PKV-Beitrag mit 70 (ohne Entlastung) ~ 1.100–1.300 €/Monat
  • Mit Beitragsentlastungstarif ab Rentenbeginn ~ 500–650 €/Monat
Für Jan rechnet sich die PKV: ~ 155.000 € Ersparnis über die Aktivzeit, im Alter durch den Entlastungstarif kontrollierter Beitrag. Aber: Mit Familienwunsch oder bei chronischen Vorerkrankungen würde sich das Bild drehen. Es gibt keine universelle Antwort — nur eine individuelle.

Vereinfachte Modellrechnung. Beiträge sind Richtwerte aktueller Top-Tarife. Genaue Berechnung individuell mit Gesundheits-Anamnese, Familienkonstellation und langfristiger Lebensplanung.

Häufige Fragen

KV für Selbstständige —
was uns Freelancer fragen.

Die typischen Fragen aus unseren KV-Beratungen mit Selbstständigen und Freelancern.

Lohnt sich die PKV als Selbstständiger?+
Für die meisten gesunden Selbstständigen unter 45 mit gutem Einkommen: ja. Die PKV ist häufig günstiger als der freiwillige GKV-Beitrag (Höchstbeitrag rund 870 € monatlich) und bietet bessere Leistungen. Aber: die Entscheidung ist langfristig. Bei chronischen Vorerkrankungen, Kinderwunsch oder schwankendem Einkommen kann die GKV strategisch besser sein.
Wie hoch ist der Beitrag in der GKV als Selbstständiger?+
Der freiwillige GKV-Beitrag beträgt 14,6 % + Zusatzbeitrag der jeweiligen Kasse (typisch 1,7 %) auf das beitragspflichtige Einkommen. Plus Pflegeversicherung (3,4 % bzw. 4,0 % ohne Kinder). Maximum: rund 870 € monatlich am Höchstbeitrag (Beitragsbemessungsgrenze 2026). Minimum: rund 230 € bei niedrigem Einkommen.
Brauche ich Krankentagegeld als Selbstständiger?+
Ja, in fast allen Fällen. Selbstständige haben keine Lohnfortzahlung — bei längerer Krankheit fällt das Einkommen sofort weg. Sinnvolle Höhe: 70-80 % des Nettoeinkommens. Karenzzeit (ab wann das Krankentagegeld zahlt) sollte zu deiner Liquiditätsreserve passen — typisch 22 oder 43 Tage. Je länger die Karenzzeit, desto niedriger der Beitrag.
Kann ich als Selbstständiger zurück in die GKV?+
Nur in eng definierten Konstellationen. Unter 55 Jahren: möglich, wenn du eine sozialversicherungspflichtige Anstellung unter der JAEG annimmst (mindestens 12 Monate Versicherungspflicht). Über 55: praktisch ausgeschlossen — Wechsel nur in sehr seltenen Sonderfällen. Wer als Probelauf in die PKV geht, kann das später meist nicht zurücknehmen.
Was passiert mit der PKV bei schwankendem Einkommen?+
Der PKV-Beitrag ist nicht einkommensabhängig — er bleibt gleich, egal ob du 50.000 oder 150.000 € pro Jahr verdienst. Das ist ein Vorteil bei steigenden Einkommen, aber ein Nachteil in schlechten Jahren. Bei länger ausbleibenden Aufträgen kann der Beitrag belastend werden. GKV passt sich nach unten an (Mindestbeitrag rund 230 €).
GmbH-Geschäftsführer: PKV oder GKV?+
Als geschäftsführender Gesellschafter bist du sozialversicherungs­frei und damit faktisch wie ein Selbstständiger. Die KV-Wahl ist frei. Die meisten GmbH-GFs wählen PKV — mit dem Vorteil, dass die Beiträge als Betriebsausgabe (zumindest teilweise) steuerlich relevant sein können. Hier lohnt individuelle Beratung mit deinem Steuerberater zusammen.
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